Boden im Umfeld des Sportvereins DJK Emmerting e.V. mit 8,8 Mikrogramm PFOA pro Kg Erde kontaminiert.

eigenes Werk

EMMERTING – Der Kreisverband Altötting der AfD hat nahe des Sportvereins  DJK Emmerting e.V. ein Bodenprobe genommen und diese auf PFOA untersuchen lassen.

Der Landtagskandidat der AfD Thomas Schwembauer erklärt gegenüber Altötting-Alternativ:

„Der Boden im Umfeld des Sportvereins  DJK Emmerting e.V. ist mit 8,8 Mikrogramm PFOA pro Kg Erde kontaminiert. Außerdem muß der PFOA-Ersatzstoff ADONA schnellstmöglich aus der Abluft ausgefiltert werden. Darüber hinaus ist ein Untersuchungsausschuß im bayerischen Landtag notwendig, um zu verhindern, daß die bei PFOA gemachten Fehler beim PFOA-Ersatzstoff ADONA wiederholt werden.

Im Fall, daß ich in den Landtag gewählt werde, werde ich in der ersten Zeit der Aufklärung diesen drei Punkten meine ganze Aufmerksamkeit widmen

Diese Aufklärung scheint auch dringend geboten, denn bis Ende letzten Jahres  reihte sich CSU-MdL-Huber noch nahtlos in die Aufklärungsblockierer und Blutuntersuchungs-Verhinderer ein.

Was dabei herauskommt, wenn ein CSU-Landtagsabgeordneter, und Mitglied im Umweltausschuß, bei dem CSU-Ministerium für Umwelt und Gesundheit nachfragt, was denn das CSU-geführte Landratsamt im Fall von PFOA falsch gemacht haben könnte, zeigt dieser Pressebeitrag:

Das Gesundheitsministerium hat nun Landtagsabgeordneten Martin Huber auf Anfrage mitgeteilt, dass Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung schon ergriffen wurden…

Mit anderen Worten: am 10.11.2017 lehnte Herr Huber Blututersuchungen noch kategorisch ab. Erst die Initiative der AfD zwei Monate später am 10.1. hatte Herrn Huber dann offenbar dazu bewegt, diese Blockadehaltung aufzugeben. Der Landrat hat dann am 12.1. die Liste des Landratsamts für Blutuntersuchungen geöffnet gehabt.

 

Der mögliche Kontaminationsweg Staub-Erde-Mensch ist eingehender zu untersuchen

Mit dieser Bodenprobe will der Kreisverband Altötting der AfD die Aufmerksamkeit auf einen weiteren denkbaren Kontaminationsweg lenken, der bisher ein Schattendasein führte. Selbst in der Vorstellung der jüngste Untersuchungen im Kreistag wurde dieser Aufnahmepfad als „irrelevant“ bewertet, weil er angeblich praktisch nicht vorkommt (min. 32) und so auf die Seite gedrückt. Mit anderen Worten heißt das: Aufgrund der anzunehmenden geringen Anzahl an Personen, die auf diesem Weg mit PFOA kontaminiert worden sein könnten, werden hierüber keine Untersuchuchungen angestellt.

Daß über den Weg Erde-Lebewesen durchaus Kontaminierungen mit PFOA vorkommen können zeigen die PFOA-Belastungen von Wildschweinen. Wildschweine suchen mit der Nase im Boden nach Nahrung und nehmen mit der Nehrung Bodenmaterial auf. Der Landkreis hat aus diesem Grund bei Wildschweinen eine Warnung Innereien nicht zu verzehren ausgegeben (vgl. Min. 33). Dies läßt erkennen: Über den Pfad Erde-Lebewesen können Lebewesen mit PFOA kontaminiert werden.

In die Richtung, daß sich auch der Mensch mit PFOA auf dem Weg Erde-Mensch kontaminieren könnte, deuten die Vorkommnisse in Dordecht (NL). Dort wurde die Bevölkerung im Umfeld einer Fabrik, die PFOA  emittierte auf dem Weg Luft-Mensch bzw. Erde-Mensch mit PFOA kontaminiert. Dort fällt der im Landkreis Altötting zentrale Kontaminationsweg über das Trinkwasser komplett aus, weil das Trinkwasser dort nicht kontaminiert ist.

Den Kontamoinationsweg Erde-Mensch außer Betracht zu halten ist daher schon einmal eines: unwissenschaftlich.

Es kann wohl vernünftigerweise davon ausgegangen werden, daß eine Kontamination bei einer einmaligen Radfahrt durch den öttinger Forst als verschwindend gering angesehen werden kann, aber wie sieht es mit Personen aus, die z.B. in Altötting / Emmerting wohnen und – weil sie gesund leben wollen – täglich durch das kontaminierte Gebiet in die Arbeit radeln und das über Jahre hinweg? Wir meinen: Solche Personengruppen als „nicht relevant“ auf die Seite zu drücken missachtet den Schutzauftrag des Staats für seine Bürger.

Nach Ansicht des Kreisverbands Altötting der AfD gibt es durchaus diverse Personenkreise, die in PFOA-belasteten Gebieten der PFOA-belasteten Erde intensiver ausgesetzt sind, als der Durchschnitt der Bevölkerung. Diese Personenkreise haben nach Ansicht des AfD-Kreisverbands Altötting den Anspruch auch Auskunft über ihre individuelle Gefährdungslage zu erhalten. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Waldarbeiter
  • regelmäßige Reiter in den betroffenen Gebieten
  • regelmäßige Radler in den betroffenen Gebieten
  • Landwirte in den betroffenen Gebieten
  • Schrebergartenbesitzer, die sich aus ihrem Garten ernähren und das Obst / Gemüse nicht zu 100% von Erdrückständen befreien
  • Regelmäßiger Sport in PFOA-kontaminiertem Gebiet
  • Platzwarte von Tennisplätzen in PFOA-kontaminiertem Gebiet

In den Niederlanden zogen in diesem Zusammenhang bereits hohe PFOA-Blutwerte von Schrebergartenbesitzern die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich.

Jüngste Untersuchungen stellten in den Niederlanden hierzu fest, daß über das Fruchtfleisch von Obst und Gemüse, welches in PFOA-versuchter Erde gewachsen ist, eine Aufnahme von PFOA in den Körper wohl weitgehend ausgeschlossen werden kann.

Damit wandert die Aufmerksamkeit der niederländischen Behörden hin zu einer möglichen Aufnahme von PFOA über PFOA-kontaminierten Staub oder PFOA-kontaminierte Erde.

Uns sind aus dem Landkreis jedenfalls auch Fälle bekannt, in welchen Personen in den PFOA-kontaminierten Gebieten angeben, daß sie so gut wie kein Leitungswasser trinken, sich aber viel im Freien aufhalten, sei es beim täglichen Joggen, sei es auf einem Bauernhof, sei es beim Reiten, sei es beim Tennisspielen und daß sie von ihrem relativ hohen PFOA-Gehalt im Blut überrascht waren.

PFOA-kontaminierte Erde könnte beispielsweise aufgenommen werden, wenn Obst und Gemüse aus  dem eigenen Garten nicht so gut gewaschen wird, daß z.B. Erde rückstandslos von diesem Obst und Gemüse entfernt wird. Dies gilt in besonderem Maße für Personen, die sich umfangreich aus dem eigenen Garten ernähren.

Derartige Verdachtsfälle sind jedenfalls in den Niederlanden durchaus Gegenstand der Untersuchungen der Behörden. In den Niederlanden rückt bei der PFOA-Problematik hierdurch zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, ob eine Aufnahme von PFOA in den Körper über PFOA-kontaminierte Erde und PFOA-kontaminierten Staub erfolgt sein kann. Die bayerischen Behörden klassifizieren derartige Kontaminationswege hingegen als „irrelevant“.

Dies könnte also auch Personen betreffen, welche mit PFOA-kontaminiertem Staub und PFOA-kontaminierter Erde regelmäßig in Berührung kommen. In den Fokus rücken damit auch Personen, die im PFOA-kontaminierten Gebiet regelmäßig Sportarten betreiben, bei der Staub und Erde aufgewirbelt werden.

Aus diesem Grund hat der AfD-Kreisverband Altötting in der Umgebung der Tennisplätze und des Fußballfelds des Sportvereins  DJK Emmerting e.V.  eine Bodenprobe genommen. Das Ergebnis dieser Bodenprobe lautet, daß dort der Boden dieser Probe mit 8,8 Mikrogramm PFOA pro Kg Erde belastet ist.

Damit ist nun erwiesen, was zuvor unterstellt werden konnte, daß nämlich auch die Umgebung des Sportplatzes in Emmerting mit PFOA belastet ist.

Offen ist jedoch, was diese Belastung für die Personen bedeutet, die dort regelmäßig Sport treiben und es wäre wünschenswert, daß die Behörden für diese Personen mehr Klarheit herstellen,  als diese offenen Fragen einfach als „irrelevant“ zu etikettieren, und sie auf die Seite  zu schieben.

Um eine solche Klarheit über diesen denkbaren weiteren Kontaminationsweg zubekommen, wäre z.B. eine Blutuntersuchung von Personen denkbar, die dort über Jahre hinweg regelmäßig Sport betrieben haben, weil sie z.B. im Sommer seit Jahren auf dem Sandplatz Tennis spielen oder Fußball spielen. Oder eine PFOA-Blutuntersuchung von Platzart des Tennisplatzes, denn dieser wirbelt beim Herrichten des Platzes eine Menge staub auf und ist diesem regelmäßig ausgeliefert und atmet diesen PFOA-kontaminierten staub regelmäßig über Jahre hinweg ein.

Ein Vergleich der PFOA-Werte dieser Personengruppe, die regelmäßig PFOA-belastetem Staub oder PFOA-belasteter Erde ausgesetzt sind,  mit PFOA-Werten anderen Personengruppen könnte mehr Klarheit über die Frage liefern, ob es neben dem Trinkwasser noch einen weiteren denkbaren Aufnahmepfad für PFOA gibt.

 

PFOA-Ersatzstoff: Mehr tun, als vorgeschrieben ist:

Ziel der Aufklärung des AfD-Kreisverbands Altöting ist, die Verantwortlichen dazu zubewegen auch mehr zu tun, als nur vorgeschrieben ist.

In diese Richtung bewegt sich nämlich die Diskussion um die ehemalige PFOA-Fabrik in den Niederlanden. Dort wurde durch die Betreiber nun zugesagt, daß der PFOA-Ersatzstoff innerhalb von 2 Jahren zu 99% aus der Abluft herausgefiltert werden wird.

Vor allem die Begründung der Betreiber läßt aufhorchen:

,,Wir tun alles, um das Vertrauen unserer Umwelt wieder zu erlangen“ sagt Vorstandsmitglied Marc Reijmers. „Wir dachten, wir hätten genug getan, aber jetzt erkennen wir, dass die Gesellschaft mehr von uns erwartet.“

„Wir sind immer noch davon überzeugt, dass aktuelle Emissionen und Ableitungen keine Gefahr für die Gesellschaft darstellen“, sagt Reijmers. ,, Wir bleiben unter den Standards des RIVM. Aber wir sehen jetzt, dass die Gesellschaft mehr von uns verlangt, als nur den Regeln zu folgen. Unsere Umwelt, einschließlich der Governance, sagt einfach: Wir wollen diese Substanz nicht wieder in der Umwelt sehen. Dafür werden wir jetzt das Maximum machen. “

Anerkennen Sie, dass Sie mit dieser Entscheidung falsch lagen? ,, Mein erster Reflex ist jetzt zu sagen: Nein, wir haben nichts falsch gemacht. Aber ich habe in dieser Angelegenheit gelernt, dass die Unterstützung in der Umwelt nicht nur auf der Einhaltung der Regeln beruht. Die Gesellschaft verlangt mehr von uns, möchte, dass wir jedes Risiko ausschließen. Und wenn wir hier in einer dicht besiedelten Umgebung weiter produzieren wollen, müssen wir uns das anhören. Und wir wollen das. „Nicht wenige Wissenschaftler fordern seit Jahren, dass diese Substanz einfach nicht in die Umwelt gelangen kann. Warum sagst du dann immer wieder, dass du nichts falsch gemacht hast? „…

Haben Ihre großen Chefs jemals in Amerika gesagt: sollen wir in Dordrecht anhalten, das ist zu viel Aufwand? „… Glücklicherweise sagt die Chemours-Führung in den USA jetzt: Wir wollen weiter in Dordrecht produzieren, und um das möglich zu machen, werden wir sehr viel investieren. Wir wollen wirklich vom Pranger zur Schule gehen. Das hätten wir nicht tun sollen, aber in den nächsten Jahren würden wir weiterhin mit Anwohnern und der Provinz auseinandersetzen, wir hätten uns wahrscheinlich jedes Jahr vor Gericht getroffen. So wollten wir nicht umgehen. Auch weil dann die Zeit kommen kann, wenn die Firma sagt: Das hört überhaupt nicht mehr nicht auf. „

Dieses Beispiel zeigt, daß es sehr wohl möglich ist, mehr zu tun, als nur vorgeschrieben ist und daß es Fabrikbetreiber gibt, die hierzu auch bereit  sind, wenn die Behörden sie dazu auffordern.

Es kann daher nicht sein, daß der PFOA-Ersatzstoff in den Niederlanden ab Ende 2020 zu 99% aus der Abluft herausgefiltert wird und in Gendorf nicht. Die Bevölkerung im Landkreis Altötting hat den selben Schutz vor dem PFOA-Ersatzstoff verdient, wie die Bevölkerung in Dordrecht (NL).

Da – leider wieder einmal – bisher nicht erkennbar ist, daß die bayerischen Behörden in diese Richtung eigeninitiativ aktiv werden, braucht es eine konstruktive Oppositionskraft, die die Behörden in diese Richtung bewegt.

Diese konstruktive Oppositionskraft ist die AfD.

Zur Aufklärung der bisherigen Geschehnisse ist daher auch ein Untersuchungsausschuß im bayerischen Landtag nötig. Erst wenn zu 100% klar ist, welche Fehler bei PFOA gemacht wurden, kann verhindert werden, daß diese Fehler beim PFOA-Ersatzstoff wiederholt werden.

 

PFOA-Untersuchungsausschuß:

Die AfD fordert daher im neuen Landtag einen PFOA-Untersuchungsausschuß. Dieser hat mindestens drei Fragegruppen aufzuklären:

Wer hat wann mit welchem Wissen welche Genehmigungen erteilt und überprüft ob die emittierten Mengen den genehmigten Mengen entsprachen?

Wer hat wann die Arbeitssicherheit der im Werk beschäftigten Arbeiter mit welchem Ergebnis überprüft, insbesondere die von den Arbeitern im Werk abgegebenen Blutproben?

Auf welcher Datenbasis zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen wurde der PFOA-Ersatzstoff genehmigt?

Hieraus ergeben sich insbesondere folgende Einzelfragen:

  1. Wer hat wann, welche Genehmigungen erteilt
  2. Welcher Wissensstand über die Gefahren ist wann den Behörden zuzurechnen? Wie lange dauerte es, bis diese Behörden Gegenmaßnahmen eingeleitet haben?
  3. Welche Emissionsmengen wurden genehmigt?
  4. Wann wurden wie die Einhaltung der erlaubten Emissionsmengen überprüft?
  5. Der ADONA-Bericht hat gezeigt, daß es einzelne Individuen mit Horrorwerten an PFOA  Wie hat welche Behörde wann die Betriebsmediziner der Werke überprüft
  6. Haben die zuständigen Behörden für die Arbeitssicherheit jemals die Blutwerte der Arbeiter eingesehen / angefragt, die die Firmen intern ermitteln? Wenn nein, warum nicht?
  7. Auf Basis welcher Unterlagen und welcher Forschungsergebnisse wurde der Ersatzstoff ADONA überhaupt genehmigt?